Der Neuanfang der Bergkapelle Sophia-Jacoba e.V.

Präambel

Zur Geschichte von Sophia-Jacoba gehörte seit 1939 die Bergkapelle. Diese Tradition soll mit dem Förderverein "Bergkapelle Sophia-Jacoba e.V." weitergeführt werden.

Dank sei dir, Sankt Barbara!

Oder, welche Rolle die Schutzpatronin der Bergleute bei der Renaissance der Bergkapelle spielte.

Eine neue Barbarastatue ist sicher etwas Außergewöhnliches im Leben einer traditionsbewussten, christlich orientierten Bergarbeitergemeinde. Weil nun außergewöhnliche Anlässe auch ebenso außergewöhnliche Maßnahmen verlangen und dann schliesslich auch beinhalten sollen, hatte der ehemalige  2. Betriebsratsvorsitzende von Sophia-Jacoba und langjähriges Mitglied des Knappenvereins Hilfarth-Hückelhoven und jetziger Vorsitzender der neu gegründeten Bergkapelle Sophia-Jacoba e.V. Detlef Stab, 2001 die Idee, die Einweihung der von Franz-Josef Sonnen und Detlef Stab gestifteten Heiligen St. Barbara, festlich zu gestalten. Dieses, wenn möglich, mit hilfe einer Blaskapelle, die es seit der entgültigen Schließung des Steinkohlebergwerkes eigentlich nicht mehr gab. Denn mit dem Ende des Bergwerkes hatte auch die in ihrer Glanzzeit weit über die Grenzen der hiesigen Region hinaus bekannte und geschätzte Bergkapelle Sophia-Jacoba, oder die im Volksmund hierzulande wohl immer noch so genannte "Werkskapelle", aufgehört zu existieren.  

Der erste Auftritt der neuen Bergkapelle nach der Schliessung 1997!  

 

 

 

Einweihung der Heiligen Barbara in der Schachthalle von Schacht 3 am 17. Oktober 2001.

Legende von der heiligen Barbara

 

 

Deshalb war bei Detlef Stab zunächst der Wunsch der Vater des Gedankens! Aber man blieb nicht beim wünschen, die Gedanken formten sich.  Man dachte nach, wie sich der Wunsch denn wohl in die Praxis  umzusetzen sei. In  Wolfgang Feger, er war auch Mitglied in der ehemaligen Bergkapelle, fand er einen Ansprechpartner, der den Worten Taten folgen ließ. Ein gewisser "harter Kern" begann zu telefonieren, zu korrespondieren, machte bei ehemaligen Orchestermitgliedern Besuche, traf sich dann wieder zu Besprechungen um zu sehen wie groß dieBereitschaft ist, mitzumachen.

   

 

So gelang es tatsächlich, für die festliche Einweihung der neuen Barbarastatue an Schacht 3, am 17. Oktober 2001 einen spielfähigen Klangkörper zusammenzustellen, der vorwiegend aus ehemaligen Mitgliedern der Bergkapelle Sophia-Jacoba bestand. Ihr musikalischer Leiter wurde Rolf Deckers, in dem alten Orchester schon dessen Vizedirigent, sein Stellvertreter wurder Ulrich Schwinkendorf. Offensichtlich war bei den beteiligten Musikern die Freude über das gelungene, gemeinsame Musizieren so groß, sicherlich waren auch noch einige nostalgische Emotionen dabei, was hätte man in den vergangenden Jahren  und Jahrzehnten, bis zum Ende der Kapelle, nicht alles gemeinsam auf die musikalischen Beine gestellt, dass man beschloss, sich wieder zu treffen.

 

Die neue Bergkapelle

So wurden zunächst Proben in lockerer Folge verabredet, denn das musizieren an sich hatte ja niemand verlernt, praktizieren es doch alle noch in ihren Heimatvereinen oder anderen adäquaten Ensembles. Das nicht unerwartete Ergebnis dieser Proben war dann zwangsläufig die Mitwirkung beim 1. Schachtfest an Schacht 3 im Mai 2002. Ab März 2002 verabredete man regelmäßig Proben. Sie sind einmal im Monat mit Rücksicht auf die weiteren musikalischen Aktivitäten der Mitglieder jeden ersten Samstag im Monat. Bei größeren Vorbereitungen wie z.B. für ein Konzert, sind mehrere Probetage notwendig.

Inzwischen hat sich die Zahl der ehemaligen "alten Strategen" auch um einige jüngere Leute vergrößert. Dazu gekommen sind außerdem jetzt auch Damen, alle gestandene Musikerinnen, Ehefrauen, Schwestern, Töchter, Registerkolleginnen aus diesem oder jenem hiesigen Musik- oder Instrumentalverein, die alle hierzulande einen guten musikalischen Ruf geniessen. Das jüngste Mitglied ist 16 Jahre alt und das älteste hat ein alter von 80 Jahren!

 

  Die ersten Frauen in der neuen Bergkapelle

Den regelmäßigen Proben entsprang dann sehr schnell der Gedanke, diesem neu entstandenen oder wieder entstandenen Klangkörper eine feste, dann auch offizielle Form zu geben. Damit nun alles eine gewisse Ordnung hat, gab man sich eine Satzung, wählte einen Vorstand und ließ sich ins Vereinsregister eintragen. Den traditionsreichen Namen behielt man bei, will man doch seine uneingeschränkte Verbundenheit zur bergmännischen Tradition, seiner Geschichte und seiner Kultur, die immer auch christlich orientiert und akzentuiert sind, dokumentieren. So hieß das neue Blasorchester jetzt

Bergkapelle Sophia-Jacoba e.V.

Ihrem ersten großen, offiziellen Auftritt hatte die neue Bergkapelle bei der Einweihung des neuen Sparkassengebäudes, im Januar 2003, in Hückelhoven. Dabei zollte sogar der Festredner Prof.Dr.Dr. Kaiser aus Düsseldorf den Musikern Lob und Anerkennung! Heute ist sie wieder Bestandteil der Barbarafeiern in Hilfarth und in Hückelhoven sowie bei Schachtfesten an Schacht 3 nicht mehr wegzudenken. Auch die Auftritte zur beschmückung des Weihnachtsbaumes, auf dem Weihnachtsmarkt in Hückelhoven und in den Altenheimen wurden anerkennend aufgenommen.

Als Sophia-Jacoba noch Kohle förderte, war es Brauch und Sitte, dass der Bergwerksdirektor die Bergkapelle zu einem Übungsabend, mit Essen und Trinken, "Unter der Buche" an Schacht 5 einlud. Diese schöne Tradition hat Herr und Frau Rieß wieder aufleben lassen. Nicht mehr an Schacht 5, sondern jetzt an Schacht 3! Dafür sind wir dem ehemaligen Bergwerksdirektor und späteren Generalbevollmächtigten von Sophia-Jacoba sehr dankbar.

 

 

Die bisher größte Herausvorderung war, nachdem am 14. Juni 1997 die alte Bergkapelle ihr Abschiedskonzert gegeben hatte, mit der neuen Kapelle ein Konzert zu präsentieren. Am 24. April 2004 war es dann soweit, aber nicht allein. Einem besonderen Dank an dieser Stelle an Hans Krienke, dem ehemaligen Arbeitsdirektor vom Bergwerk Anthrazit Ibbenbüren der DSK, der meinen frühen Gedanken, meine Bitte, ein gemeinsames Konzert zu Veranstalten, tatkräftig unterstütz hat. So kam es zum ersten großen Gemeinschaftskonzert mit unserer Patenkapelle: Musikverein "Glückauf" Anthrazit Ibbenbüren e.V. der RAG,  welches die Musiker/Innen in der vollbesetzten Aula, mit Bravour meisterten.

Am 29. April 2006 wurde das zweite Gemeinschaftskonzert mit unseren Freunden aus Ibbenbüren, in der Aula des Gymnasiums von Hückelhoven, präsetiert. Am 28. April 2007 ist die Bergkapelle Sophia-Jacoba in Ibbenbüren aufgetreten.

Nun, wer hätte das gedacht, dass die Bergkapelle Sophia-Jacoba e.V. den Sprung des wieder Daseins, so gut geschafft hat! Wenn weiterhin Musiker/innen, ob jung oder älter, zu uns finden und sich bei uns wohlfühlen, wird es auch mit der Bergkapelle weitergehen. Dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne die unzähligen Übungsstunden und dem unermütlichen Einsatz eines jeden einzelnen Musikers/in sowie die Beharrlichkeit und Fähigkeit der Dirigenten, die Kapelle wieder zu einem harmonischen Klangkörper zu entwickeln.

Ich, wir, sagen DANKE für die Unterstützung von euch beim Aufbau unserer Kapelle, an alle, die daran beteiligt waren und sind! Einige Namen möchte ich nennen, das wären Heinz Preuß, Hans Krienke, Franz-Josef Sonnen, Hardy Rosen und Bernd Franzen!

 

 

 

 

Zum Abschluss fällt uns nur noch der Anfang eines alten, kleinen Liedchens ein:

Himmel und Erde müssen vergehn´, aber die Musika bleibet bestehn.

Detlef Stab und Manfred Kamphausen